Handbuch Niederwild 095

Der Fangsteig – anziehend, effektiv

(Kapitel 3, Seite 95)

Ein gepflegter Fangsteig übernimmt eine Schlüsselrolle bei der Fallenjagd auf Fuchs und Marder. Je besser er sich in Gelände und Deckung einfügt, desto eher nimmt das Raubwild ihn an – und lässt sich sicher zur Falle lenken. Mit diesen 10 Praxistipps gelingt die Anlage zuverlässig und reviergerecht.

Fangsteig anlegen – 10 Tipps!

  1. In Revieren mit vielen Spaziergängern sollten Anfang und Ende des Fangsteigs nie direkt von Wegen abzweigen oder einsehbar sein.
  2. Die Hauptwindrichtung spielt zur Fangzeit eine entscheidende Rolle. Das muss für den Verlauf des Fangsteigs zumindest im Bereich von beköderten Fallen Berücksichtigung finden.
  3. Am einfachsten gelingt die Anlage des Fangsteigs innerhalb von Fichtenstangenhölzern. Als Werkzeug reicht ein Laubbesen oder ein Laubbläser aus. In Feldgehölzen mit Unterwuchs ist ein Freischneider mit Häckselmesser sinnvoll. Für Feinarbeiten sind Spaten und Wiedehopfhaue geeignet. Je gewissenhafter man bei der Erstanlage arbeitet, desto zuverlässiger nimmt Raubwild den Steig an.
  4. Der Fangsteig sollte sich der Deckung und dem Bodenrelief anpassen und leicht schlängelnd fortführen, denn vor allem Marder meiden offene Bereiche.
  5. Sehr von Vorteil ist es, wenn der Fangsteig in seinem Verlauf immer wieder in unberührten Revierteilen nahe an Wege, Straßen oder Waldränder heranführt. Aber auch vorhandene Pirschwege, trockene Gräben und Dickungsbereiche sollten in den Verlauf mit eingeplant werden. Nur so erhöht man die Wahrscheinlichkeit, dass das Raubwild auf den Steig aufmerksam wird.
  6. Je nach Situation verläuft der Fangsteig linear, als Rundweg oder in Form einer „8“. Zu den Fanganlagen führen kurze Seitenstichwege. Der direkte Einbau von Lebendfang- oder gar Totschlagfallen auf dem Fangsteig führt zu Fehlfängen von Niederwild.
  7. Niederwild bewegt sich ebenso auf einem Fangsteig fort. Je mehr es dort nach Beute riecht, desto schneller wird das Raubwild aufmerksam. In Revieren mit einem geringeren Niederwildbesatz erhöhen wir die Lockwirkung durch Anlegen von Schleppen.
  8. Zur Vorbereitung auf die Fangsaison legen wir den Fangsteig bereits im Frühsommer an, damit sich auch heranwachsendes Raubwild daran gewöhnt und zu den auf Durchlauf gestellten Fallen geleitet wird.
  9. Uferbereiche von Gewässern sind beim Raubwild besonders beliebt, da es hier häufig Fraß findet. Eine große Kastenfalle (Einlauf 30 x 40 cm, Länge 2 m) auf einer über einen Bachlauf liegenden stabilen Bohle aufgestellt, wird sich als hervorragender Fangplatz erweisen.
  10. In Revieren, in denen Sauen oder Kaninchen vorkommen, ist bei Kastenfallen häufig mit Fehlfängen zu rechnen. In solchen Fällen lohnt sich der Einsatz der Kastenfalle an erhöhtem Standort. Dazu baut man sie in die Unterkonstruktion von Hochsitzen ein oder stellt sie auf schmale Gestelle.